
Zecken entfernen bei Hunden
Zecken sind für uns Hundebesitzer wohl das nervigste Thema des Sommers. Aber als „Hunde-Eltern“ gehört das richtige Entfernen einfach zum Handwerkszeug dazu. Mit der richtigen Technik und ein bisschen Ruhe ist die Sache in 30 Sekunden erledigt.
Schritt für Schritt Anleitung zum Zecken entfernen bei Hunden
Material: Nutze nun eine Zeckenkarte, eine Zeckenzange oder wenn du beides nicht hast, eine Pinzette.
- Fell beiseite schieben: Lege die Stelle gut frei, damit du freie Sicht auf den Übeltäter hast.
- Bei Zeckenzange oder Pinzette
- Nimm die Zeckenkarte und setze sie flach, knapp über der Haut an. Greife die Zecke so nah wie möglich an den Beißwerkzeugen (am Kopf), nicht am vollgesogenen Bauch!
- Gleichmäßig ziehen: Ziehe die Zecke mit sanftem, stetigem Druck nach oben heraus.
- Bei Zeckenkarte:
- Schiebe die Karte parallel zur Haut gegen die Zecke. Der v-förmige Ausschnitt (der „Schnabel“) muss dabei genau auf die Zecke gerichtet sein.
- Schiebe die Karte so weit, bis die Zecke fest im schmalen Teil des Ausschnitts eingeklemmt ist.
- Hebe die Karte mit einem vorsichtigen, gleichmäßigen Zug nach oben weg. Danach die Stelle unbedingt mit einem alkoholfreien Spray desinfizieren.
- Bei Zeckenzange oder Pinzette
- Kontrolle: Schau kurz nach, ob die Zecke vollständig ist.
- Desinfizieren: Tupfe ein wenig Desinfektionsmittel auf die Stelle.
Muss man drehen? Nein, eigentlich nicht. Zecken haben kein Gewinde. Ein gerader Zug oder ein ganz leichtes Drehen (beim Haken) funktioniert am besten.



Wann gibt es Zecken beim Hund?
Viele denken, Zecken seien nur ein Sommerthema. Tatsächlich werden die kleinen Blutsauger aber schon ab einer Außentemperatur von etwa 7 °C munter. Das bedeutet: Die Zeckensaison geht meist von März bis Oktober, in milden Wintern können sie aber fast das ganze Jahr über aktiv sein. Besonders nach einem Regenschwarm bei mildem Wetter fühlen sie sich im feuchten Gras pudelwohl.
Zecken beim Hund finden: Die beliebtesten Verstecke
Zecken sind kleine Strategen. Sie suchen sich oft Stellen aus, an denen die Haut dünn und gut durchblutet ist. Wenn du deinen Liebling absuchst, achte besonders auf:
- Den Kopfbereich (Ohren, Lefzen, Augenbrauen)
- Den Hals und die Nackenpartie
- Die Achselhöhlen und den Leistenbereich
- Die Zwischenräume der Pfoten



Ist eine Zecke beim Hund gefährlich?
Ein Zeckenstich an sich ist meist nur eine kleine Hautirritation. Gefährlich wird es durch die Krankheitserreger, die die Zecke übertragen kann. Krankheiten wie Borreliose oder Anaplasmose können chronisch werden und die Gelenke oder Organe deines Hundes schädigen.
Zecken sind leider kleine Krankheits-Taxis. Sie können Erreger wie Borreliose, Anaplasmose oder Babesiose übertragen. Die gute Nachricht: Die meisten Erreger wandern erst nach etwa 12 bis 24 Stunden Saugzeit vom Darm der Zecke in den Hund.
Mein Tipp: Je schneller die Zecke raus ist, desto geringer ist das Infektionsrisiko. Nach jedem Spaziergang gilt also: Einmal gründlich durchknuddeln und dabei die Haut absuchen!
Gehen Zecken vom Hund auf den Menschen über?
Das kommt eher selten vor, ist aber möglich. Eine Zecke, die sich bereits festgebissen hat, lässt nicht einfach los, um umzuziehen. Allerdings können „blinde Passagiere“ – also Zecken, die noch lose im Fell deines Hundes herumkrabbeln – beim Kuscheln auf dich überwandern. Deshalb ist es clever, nach dem Waldspaziergang nicht nur den Hund, sondern auch die eigene Kleidung kurz zu checken.

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Wann fällt eine Zecke vom Hund ab?
Wenn man eine Zecke übersieht, saugt sie sich voll, bis sie ihre Größe vervielfacht hat. Je nach Art und Entwicklungsstadium fällt die Zecke nach etwa 5 bis 14 Tagen von selbst ab, um sich für die nächste Phase ihres Lebenszyklus zu häuten oder Eier zu legen. So weit sollten wir es aber gar nicht erst kommen lassen, um die Infektionsgefahr so gering wie möglich zu halten!
Dein Zecken Erste-Hilfe-Set: Was du wirklich brauchst
Vergiss Hausmittel wie Öl, Kleber oder Nagellackentferner – das stresst die Zecke nur, wodurch sie erst recht Bakterien in die Wunde abgibt. Nutze lieber Profi-Werkzeug:
Zeckenzange: Der Klassiker für festen Halt.
Zeckenhaken: Mein persönlicher Favorit! Man schiebt ihn einfach unter die Zecke und hebelt sie sanft raus.
Zeckenkarte: Super für den Geldbeutel, wenn man unterwegs ist.
Desinfektionsmittel: (Alkoholfrei) für die kleine Wunde danach.
Wenn der Kopf der Zecke noch im Hund steckt
Keine Panik! Das, was wir oft als „Kopf“ bezeichnen, ist meist nur das Mundwerkzeug. Dein Hund wird deshalb nicht sterben. In den meisten Fällen stößt der Körper diesen kleinen Fremdkörper nach ein paar Tagen von selbst ab (ähnlich wie einen Holzsplitter). Beobachte die Stelle einfach – wird sie extrem rot oder dick, schau kurz beim Tierarzt vorbei.
Die Nachsorge: Worauf du achten musst
Nachdem die Zecke weg ist, solltest du die Stelle in den nächsten Tagen im Auge behalten.
| Symptom | Was zu tun ist |
|---|---|
| Kleine Rötung | Normal, verschwindet meist nach 1-2 Tagen. |
| Wanderröte (roter Ring) | Sofort zum Tierarzt (Hinweis auf Borreliose). |
| Lethargie / Fieber | Auch Wochen später noch ein Warnsignal -> Tierarzt. |
Vorbeugen von Zecken bei Hunden
Damit es gar nicht erst zum Biss kommt, gibt es viele Möglichkeiten:
Spot-Ons oder Halsbänder vom Tierarzt.
Natürliche Alternativen wie Kokosöl (die enthaltene Laurinsäure mögen Zecken gar nicht).
Regelmäßiges Absuchen nach jedem Ausflug in die Natur.
Fazit für deine nächste Tour
Lass dir die Freude an der Natur nicht von den kleinen Krabblern verderben. Mit einem Zeckenhaken im Rucksack bist du bestens gewappnet.
Wichtig: Dieser Artikel dient lediglich Informationszwecken. Für medizinische Beratung oder eine Diagnose solltest du dich an eine medizinische Fachkraft wenden. Wir übernehmen keine Haftung.


